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Mittwoch, 8. Februar 2012
#49
Ich bin völlig antriebslos. Ich habe keine Lust mehr zu nichts, zu gar nichts. Deshalb war ich heute nicht in der Schule, deshalb gehe ich morgen nicht in die Schule. Deshalb war ich schon seit ca 3 Wochen nicht mehr beim Pferd. Ich vermisse sie, aber ich kann mich nicht aufraffen dorthin zu fahren und dann noch in dieser Eiseskälte. Ich wollte schon seit 2 Monaten oder so mein Zimmer aufräumen. Geht nicht, ich schaffe es nicht. Am Donnerstag kommt eine Freundin nach der Schule zu mir. Das heißt, ich muss heute mein Zimmer aufräumen, ob ich will oder nicht. Mit dieser Freundin muss ich nächste Woche Samstag zur Vorabiparty des Jahrganges meines Bruders. Darauf habe ich so gar keine Lust. Was soll ich in meinem Alter da, wenn ich niemanden kenne, nicht mal was zum Anziehen habe und sie eh nur bei ihrem Typen ist? Kennt ihr das, wenn ihr irgendwie panische Angst vor einer Situation habt, die aber an sich eigentlich gar nicht so schlimm ist? So geht es mir andauernd. Das und diese Antriebslosigkeit nervt nur noch. Eine Depression, die seit schätzungsweise 6 Monaten anhält. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass dir alle sagen, du musst dies und jenes tun. Dabei sagst du dir das selbst ständig und bist jedes Mal von dir enttäuscht, wenn du es nicht tust, was zu 95% der Fall ist. Ich habe keine Lust mehr. Ich möchte darin, dass ich gut bin wie ich bin, bestätigt werden und nicht immer nur runter gemacht werden. Wenn ich darüber nachdenke, wann ich das letzte Mal so richtig in den Arm genommen wurde, dann weiß ich das nicht wirklich. Ich weiß auch nicht mehr, wann meine Mama oder mein Papa das letzte Mal ein "Hab dich lieb" gesagt haben. Wenn sie es überhaupt schon mal gesagt haben.. Wie soll man sich denn zu Hause wohlfühlen, wenn man nur beachtet wird, wenn man etwas falsch oder nicht tut? Meine Eltern reden so ziemlich nur mit mir, wenn ich etwas nicht getan habe, was ich tun sollte, oder etwas falsch mache. Sie nehmen mich nicht in den Arm oder sagen mal etwas nettes. Nie. Nur, wenn ich eine gute Note nach Hause bringe, was in letzter Zeit nicht sehr oft der Fall war. Mein Bruder.. ja, mein Bruder. Er wird dieses Jahr 18 und drängt sich, wann es nur geht, in den Vordergrund. Rede ich mit meinen Eltern, redet er dazwischen und dann hören sie ihm zu und vergessen völlig, dass ich gerade etwas sagen wollte. Wenn ich rede, macht er abwertende Kommentare. Er verletzt mich jedes Mal so sehr damit. Dabei ist er mir so wichtig und ich liebe ihn. Ich würde gerne ab und zu einfach mal mit ihm reden. In einem Gespräch, in dem er mich ernst nimmt. Aber das tut er nie oder er lässt meine Annäherungsversuche nicht zu. Von jedem Menschen, den ich kenne, wurde ich schon enttäuscht. Mindestens einmal. Und trotzdem gebe ich jedem wieder eine Chance und wieder und wieder und wieder. Von mir kriegen sie 1000 Chancen. Aber wenn sie alle verhauen, tun sie mir mehr weh, als würden sie es bei der 1. belassen.. Ich weiß, ich rede gerade schon wieder wirres Zeug. Tut mir Leid..
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